„OHNE KREATIVITÄT WÄRE UNSERE WELT ZIEMLICH LANGWEILIG

UND BEI WEITEM NICHT DORT, WO WIR HEUTE STEHEN."

ABOUT

Das Kreativstudio Augenkitzel entstand 2019 aus dem Einzelunternehmen von Diana Eglseder. Augenkitzel steht dabei für visuelles Storytelling und die Emotion, die durch ein jeweiliges Medium beim Betrachter ausgelöst wird.

Diana ist Kreativ Strategin, Unternehmerin und Expertin für Bewegtbild.
Sie scheut sich nicht davor unbekannte Wege zu gehen und sich dabei auch mal ins Abenteuer zu stürzen. Diese Leidenschaft kommt nicht nur in ihrem Unternehmen zum Vorschein, sondern auch in ihrer Freizeit, in der sie gerne die Perspektive von oben als Paragleiterin einnimmt. Im Interview erzählt sie von ihrer Arbeit mit Augenkitzel und wie kreative Frauen einen Beitrag für unsere Welt leisten können.


Was ist deine Aufgabe bei Augenkitzel?
In meiner Rolle bei Augenkitzel versuche ich in erster Instanz nah an der KundIn zu sein. Ich will sehen und verstehen was der tiefere Beweggrund bei einer Anfrage ist, um strategische und konzeptionelle Entscheidungen treffen zu können. Die kreative Umsetzung ist dann die logische Schlussfolgerung, aber nicht weniger bedeutend bei meiner Arbeit. Ich liebe die vielen Facetten meiner Selbstständigkeit und die Abwechslung. Ist der Workload mal zu groß, oder reicht meine Fähigkeit an einer Stelle nicht aus, kommt mein Netzwerk zum Einsatz. Auch meine Hündin Kira nimmt ihre Rolle als Feelgood Managerin ernst und wickelt unsere KundInnen gern mal um die Pfote ;).

Wie vereinst du die strategische, gestalterische und beratende Tätigkeit in deinem Workflow?
Für mich gehören die drei Bereiche generell zusammen. Natürlich stehen hinter allen Arbeitsschritten unterschiedliche Ausbildungen und einige Jahre Erfahrung. Wirklich wichtig ist für mich aber, den Menschen, der ja aus einem Bedürfnis heraus zu mir kommt, zu verstehen. Hierbei helfen zum einen Empathie aber auch eine holistische Herangehensweise, die immer das Ganze im Blick hat. Nach einem ersten Gespräch sehe ich meist recht klar in welche Richtung das Projekt geht und nach welchen Methoden und Gesichtspunkten wir vorgehen sollten. Jede Kundin steht dabei an einer anderen Stelle in ihrem Umsetzungsprozess, wodurch meine Unterstützung beim Projekt nie nach einem festgefahrenen Schema passieren kann. Ich würde es wie eine Art Baukasten beschreiben, den ich mir über die Jahre zusammen gestellt hab und aus dem ich nach Bedarf das richtige Tool nehme. Ob das nun Strategie, Konzeption, Kreation oder Beratung ist - bzw. eine Kombination - , hängt von den Bedürfnissen und Zielen ab. Mir ist besonders die Kundennähe, das gemeinsame Ziel und der schlussendliche Nutzen für KundIn und Gesellschaft wichtig.

„WIR KÖNNEN SO VIEL VON EINANDER LERNEN UND UNS VOR ALLEM AUCH GEGENSEITIG INSPIRIEREN.“

Was sind deine Ziele mit Augenkitzel?
Mein größtes Anliegen ist es, dass vor allem kreative Frauen mehr aus sich raus gehen und ihre Geschichte erzählen, oder diese zumindest suchen. Die wenigsten trauen sich heute, sich auf den eigenen Weg zu machen und loszugehen - „nur nicht auffallen und funktionieren“ heißt es da oft. Das ist weder zielführend für einen selbst, noch für eine Gesellschaft. Wir können so viel von einander lernen und uns vor allem auch gegenseitig inspirieren. Mir persönlich hat es schon immer Spaß gemacht Menschen kennenzulernen. Zu verstehen was in den Leben anderer vorgeht, was sie bewegt und welche Dinge sie selbst bewegen wollen. Damit man jedoch weiß, welche Botschaft man nach außen tragen möchte, muss man sich dessen erst einmal bewusst werden. Dafür aufzuzeigen wie andere Menschen denken und ihren Impulsen folgen oder ins Handeln kommen, kann da sehr inspirierend sein. Geschichten eröffnen uns neue Perspektiven in andere, uns fremde Welten, dazu möchte ich mit Augenkitzel beitragen.

Storytelling ist bei deiner Arbeit ein wesentlicher Bestandteil. Wie würdest du Storytelling beschreiben?
Storytelling findet eigentlich täglich 24/7 statt. Egal ob von einem physischen Produkt im Ladenregal oder in der Kaffeepause mit den Arbeitskollegen. Im Bezug auf die Medienbranche bezieht sich Storytelling aber vor allem auf das Schaffen von Erlebnissen und Werten, die ich mittels (z.B. visuelller) Kommunikation zum Ausdruck bringe. Besonders das Personal Branding spielt heute eine große Rolle. Im beruflichen Kontext ist es dabei egal, ob ich InfluencerIn, EinzelunternehmerIn oder Angestellte/r bin. Besonders Kreativschaffende haben hier große Chancen sich zu kommunizieren, indem sie mit ihren Kreationen Haltung zeigen und Verantwortung übernehmen. Das bedeutet aber auch, sich selbst und die eigenen Talenten anzuerkennen. Hier schlummern Potenziale, die oft unter den Teppich gekehrt werden. Des Weiteren braucht jedes Storytelling auch eine Botschaft, die sich aus den eigenen Werten und einem Ziel ergibt. Daher muss ich mir erst selbst über mich (Person) und meine Werte (Haltung) bewusst werden. Selbes gilt auch für weniger persönliche Dinge, wie bspw. Produkte oder Businessideen. Diese Bewusstwerdung der Geschichte gehört als wichtiger Teil zum Storytelling dazu.

Was macht für dich eine gute Story aus?
Für mich ist der erste Indikator für eine gute Geschichte, dass sie überhaupt existiert und erzählt wird. Was dann entscheidend ist, sind  die ersten Momente. Eine gute Geschichte zieht mich auf irgendeine Art und Weise in den Bann.  Egal ob visuell, auditiv oder inhaltlich. Am besten ist natürlich eine Kombination daraus. Eine gute Geschichte muss mich abholen, mich faszinieren, darf mich aber auch triggern. Sie kann mich nur für einen kurzen Moment unterhalten oder mich komplett dem Alltag entreißen und zum Träumen bringen. Wenn mir eine Story dann auch noch nach längerer Zeit in den Sinn kommt, hat die StorytellerIn alles richtig gemacht.

Welche Rolle spielt Kreativität in unserer Gesellschaft?
Kreativität ist für uns als Gesellschaft unabdingbar. Ohne Kreativität wäre unsere Welt ziemlich langweilig und bei weitem nicht dort, wo wir heute stehen. Sie inspiriert, und macht unser Leben erst wirklich lebenswert. Alles hängt in irgendeiner Form mit Kreativität zusammen auch unsere Kultur definiert sich zum Großteil über Kreativität. Die jüngste Krise hat uns außerdem gezeigt, wie wertvoll und notwendig Kreativität für unsere Gesellschaft ist. Aus ihr entstehen Zusammenhalt,  Lösungen, Fortschritt und am Ende eben auch Geschichten. Besonders Kreativschaffende haben oft damit zu kämpfen, dass sie in der ökonomischen Gewichtung zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Hier ist nämlich das gesellschaftliche Bedürfnis auf den ersten Blick nicht ganz so offensichtlich, wie bei einer anderen wirtschaftsstarken Industrie. Das ist jedoch komplett kontrovers. Denn alles was ich nutze und brauche ist in irgendeiner Form aus der Kreativität geboren.

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„KREATIVITÄT MACHT UNSERE WELT BUNT UND GIBT UNSERER GESELLSCHAFT EINE SEELE."

Was würdest du anderen Kreativschaffenden raten?
Ich bin der Meinung, dass man Kreativität, wenn man sie hat, nicht als normal oder unwichtig betrachten darf – mit ihr kommt auch eine gewisse Verantwortung. Nicht jeder ist kreativ, was im Umkehrschluss bedeutet, dass jeder der kreativ ist – egal in welcher Form –, damit nach draußen gehen sollte. So kann eine ganze Gesellschaft davon profitieren und den ein oder anderen Stein ins Rollen bringen. Viele Kreativschaffende wissen hierbei nicht um ihren (Mehr-)Wert und sehen ihre Fähigkeiten als selbstverständlich an. Kreativität macht unsere Welt bunt und gibt unserer Gesellschaft eine Seele. Social Media bietet zum Glück seit einigen Jahren eine leicht zugängliche Bühne, um sich zu zeigen und von sich zu erzählen.